Forschungsfeld Amazonas-Regenwald

Rinderzucht und Getreideanbau bedrohen die „grüne Lunge“ der Erde

Die Abholzung des Regenwaldes im brasilianischen Amazonas-Gebiet schreitet rasant voran. Die gerodeten Flächen werden vor allem für die Rinderzucht und den Anbau von Soja genutzt. Der Kahlschlag bedroht nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt in Brasilien.   Wissenschaftler befürchten, dass die Zerstörung des Regenwaldes große Dürren auslösen könnte. Sie warnen auch vor dramatischen Folgen für das weltweite Klima, wenn die „grüne Lunge der Erde“ weiterhin so rasant schrumpft.

Intakter, schützenswerter Regenwald im brasilianischen Amazonas (Manaus)

"© guentermanaus - Fotolia.com"

Ein „Auge“ im All

Die Abholzung eröffnet ein riesiges Forschungsfeld. Um die Rodung des Regenwaldes aufhalten zu können, müssen Wissenschaftler sie zunächst beobachten und dokumentieren.   Satelliten überwachen das Amazonas-Gebiet, das etwa ein Drittel des gesamten südamerikanischen Kontinents bedeckt, aus dem All. Forscher aus aller Welt verarbeiten die dabei entstehenden Daten mithilfe von Computern und machen sie sichtbar. Aufgabe der Geoinformatiker ist es, den Computern „beizubringen“, die abgeholzten Flächen ausfindig zu machen und die Veränderungen innerhalb der Waldgebiete in einem bestimmten Zeitraum zu erkennen. Nur so ist es möglich, riesige Flächen über einen langen Zeitraum genau zu überwachen.

Wissenschaftler bändigen Datenflut

Die Forscher berechnen die Veränderungen im Regenwald und bringen sie mit anderen Faktoren wie zum Beispiel Getreideanbau oder Städtewachstum in Zusammenhang. So können sie Ursachen und Folgen der Abholzung genau verfolgen. Die Kombination einzelner Datensätze ermöglicht die Entwicklung von Vorhersage-Modellen. Sie hilft bei der Analyse der komplexen Problematik und kann so Wege aufzeigen, die voranschreitende Abholzung aufzuhalten. Dabei haben die Wissenschaftler bereits Erfolge erzielt: Auf Grundlage der Daten der Geoinformatiker ging Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bei der Kopenhagener Weltklimakonferenz 2009 die Verpflichtung ein, die Abholzung in Brasilien bis 2015 um 80 Prozent zu verringern.